Ein Kreis sie zu binden...
Seit Google+ vor ein paar Tagen gestartet ist, soll die Nutzer-Zahlen schon auf über 500.000 gestiegen sein. Sie wären wohl noch höher, hätte Google nicht ein "Shutdown" ausgerufen. Was viele ärgert, aber keine dumme Idee ist. So schützt man das neue Sozial Network nämlich vor dem Kollaps. Qualitativ und Quantitativ. Und ein hervorragendes Marketing ergibt sich so auch noch. Kurz gesagt halte ich Google+ für so ziemlich das Beste, was das Sozial Web z. Zt. zu bieten hat. Es läuft selbst in der Beta Phase rund, ist mobil bedienbar, hat viele Funktionen zusammengeführt, die andere Netzwerke zwar auch besitzen, aber eben nicht in dieser Kombination und einfachen Nutzbarkeit. Aber darauf will ich gar nicht eingehen. Beschreibungen gibt es schon zu Hauf im Web zu finden. Ich möchte vielmehr erklären, wie ich die sogenannten "Kreise" nutzen kann, die dabei helfen, dass die Kommunikation nicht völlig ausser Kontrolle läuft.
Zur Warnung:
Das Folgende ist kein "Computer-Bild"-Artikel und mir fehlt definitiv die Zeit, Hintergründe und technische Begriffe zu erklären. Daher ist es inhaltlich eher was für Geeks und zeigt somit auch den Hauptunterschied auf, den Google+ zu Facebook hat: Es ist zur Zeit nicht DAU-tauglich!
Mag der eine das als Problem sehen, weil somit der grösste Teil der Web-Nutzer dort noch hoffnungslos überfordert wäre, ich sehe das im Moment als Vorteil. Denn die meisten der jetzt dort agierenden User sind Menschen mit langjähriger technischer und kommunikativer Social-Web-Erfahrung, die gerade - der Ausdruck sei erlaubt - "die digitale Sau rauslassen". Das wird allen NachzüglerInnen zum Vorteil gereichen. Schon jetzt grassieren Unmengen an Tricks, Tipps, Tools, Plugins und Workarounds und es ist mir ein echtes Vergnügen, mitten drin zu sein. Wie gesagt: Eldorado G+rande.
Aber genug davon.
Besonders faszinieren mich an Google+ die sogenannten "Kreise" und deren Anwendungsmöglichkeiten. Denn neben einer vorbildlichen Informationsverwaltung bieten sie eine mächtige Möglichkeit.
Wie aufmerksame LeserInnen des ECHTZEITGEIST-Blogs wissen, beschäftige ich mich intensiv mit der Analyse des Einflusses von Usern zu bestimmten Themen. Dazu muss man wissen, dass von 100 Social-Web-Usern 4 zu den Influencern gehören, die starke Meinungsbildner in ihren CloudCommunities sind. Diese Influencer zu finden, mit ihnen ins Gespräch zum kommen und sie von einer Sache zu überzeugen, ist ein wichtiger Teil bei allen Transmedia-Projekten, die ich für meine Kunden realisiere. Und hier liegt auch eine ernstzunehmende Gefahr, auf die ich mit dem Titel - eine Anspielung auf die Inschrift des "Einen" Ringes - zuerst einmal hinweisen möchte: Die falsche Art von Wertschätzung ist die, die man mit Geschenken und ohne Kommunikation vornimmt. Interessanter Weise erhielt ich dazu auch einen Kommentar, die mich auf einen diesen Sachverhalt beschreibenden Blog-Beitrag hinwies.
Ich kann die Haltung des Bloggers nur unterstreichen: Influencer zu kaufen ist so ziemlich der dümmste Weg, Erfolg zu erzielen. Influencer muss man überzeugen. Dazu muss man aber Kommunizieren und das können Facebook-Apps definitiv nicht. Darum wird das auch nicht wirklich funktionieren. Genauso wenig wie "Likes" auf Facebook.
Hier tut sich ein sehr spannendes Feld auf, über das sicherlich noch breit diskutiert wird, kratzt es doch an eine der Grundfesten des Social Webs: Der Netiquette.
Zurück zu den Kreisen von Google+.
Sie sind genial! Noch besser als alles, was Twitter mir an Organisation bieten kann.
Sie liefern mir auf einfache Art Ergebnisse, die früher nur durch Yahoo Pipes, IFTTT oder gekaufte Design-RSS-Feeds erzielt werden konnten.
Sie organisieren Kommunikation, Nachrichten, Communities,…einfach alles, was im Sozial Web wichtig ist und es gleichzeitig so unüberschaubar macht.
Aber wie geht man dabei am besten vor?
Um darüber eine Diskussion in Gang zu bringen, stelle ich euch mein eigenes derzeitiges System hier vor und freue mich auf eure eigenen Vorschläge und Umsetzungen.
Ich nutze Google+ prinzipiell für 2 Funktionen:
- Als Sender: Hierunter fasse ich alle Möglichkeiten zusammen, mit denen ich Informationen (Text, Bild, Video,…) mit anderen Usern teile
- Als Empfänger: Diese Funktion beschreibt das Sammeln von Informationen aus dem Kommunikationsfluss der anderen User. Hierbei ist Google+ sehr hilfreich und es lassen sich thematisch interessante Kanäle entwickeln, die wie in der iPad-Anwendung "Flipboard" funktionieren.
Bei den Kreisen unterscheide ich prinzipiell zwischen Sender/Empfänger (SE) - und reinen Empfänger (E) -Kreisen (s. Flipbord-Vergleich). Um hierfür ein System zu entwickeln, habe ich daher die so entstandenen Kreise nummeriert:
- ab 001 mir wichtige Menschen (SE)
- ab 101 Beruf und berufliches (SE)
- ab 201 kuratierte Streams (E)
- ab 301 Berufsgruppen (S/E)
- ab 401 Magazine, Blogs, News Streams (E)
- 901 Gesamt-Netzwerk (Archiv)
Ab "1001" beginnen verschiedene Influencer-Kreise (SE). Sie zu füllen ist z. Zt. eine Sache, die man ohne langjährige Erfahrung und jede Menge Handarbeit nicht leisten kann. Aber das ist, dafür bitte ich um Verständnis, Betriebsgeheimnis. Sicher wird es auch hier bald automatisierte Lösungen geben. Ob sie von Nutzen sind, kann dann jeder für sich selbst bestimmen.
Auf jeden Fall bietet aber Google+ durch seine Sender/Empfänger-Funktionen eine hervorragende Möglichkeit der authentischen Influencer-Interaktion, die sicher noch weiter ausgebaut wird.
In meinem Google+ Account sieht die Aufteilung z. Zt. wie folgt aus:
Schon jetzt ist das sehr schön für mich zu nutzen und das Lesen ist sehr ähnlich dem, was ich bei Flipboard so schätze.
Wenn jetzt noch von Google der dazugehörige RSS-Feed öffentlich gemacht wird, ist Google+ für mich das ultimative Social-Web-Tool.