Ganz Duisburg ist das Web-Portal der Kulturhauptstadt 2.0(10)
Logo: Sebastian Hartmann (darf gerne mit Namensnennung genutzt werden)
Kann eine ganze Stadt zu einem Web-Portal für ein grossartiges und langfristiges Ereignis werden?
In Duisburg scheint das im Moment Realität zu werden.
Es vergeht nicht ein Tag, nicht eine Stunde, in der ich nicht neue Aktivitäten von BürgerInnen im Social Web zur Kulturhauptstadt finde. In Twitter blinkt ständig irgendwo "du2010" auf, mehrere aktuelle Beiträge zum "Hafen der Kulturhauptstadt" (so der Name, den Duisburg sich passenderweise für das Jahr der RUHR.2010 gegeben hat) erscheinen täglich…und es werden immer mehr! Ich versuche einmal einen kleinen Überblick vom dem, was hier in Duisburg passiert und noch passieren wird, zu geben:- Die Website www.du2010.de, die ich entwickeln durfte und beraten darf, die von den www.rheinschafe.de mit viel zusätzlichem Know-How-Input vorbildlich umgesetzt wurde und vom Referat für Kommunikation der Stadt Duisburg mit viel Engagement angepasst und nun mit Leben gefüllt wird, ist ein lebendiger und funkelnder Leuchtturm des Hafens geworden. Diese Website ist so in Interaktion mit allen nur denkbaren Social-Network- und Social-Media-Plattformen, wie ich es bisher bei keiner städtischen RUHR.2010 Site gesehen habe.
- Der Kulturdezernent der Stadt Duisburg, Karl Janssen, berichtet auf seiner Hompage www.janssenkarl.de und unter www.twitter.com/karljanssen kontinuierlich und persönlich über RUHR.2010.
- Es gibt unheimlich viele Twitterer (z. B. hier http://ow.ly/V2tZ zum Hashtag "du2010") und viele neue Blogs von Duisburger BürgerInnen - ganz aktuell viele mit dem CMS posterous, das mit seinen Automatismen sehr zur Verbreitung der Inhalte beiträgt (Blog-Überblick s. hier http://ow.ly/V2yx) -, die ständig neuen Content produzieren. Ebenso scheinen viele RUHR.2010 zum Anlass zu nehmen, um ihre Social-Web-Aktivitäten wieder aufzunehmen.
- www.hafenmeister.posterous.com, den ich als einen ersten öffentlichen Mitmach-Content-Kanal für Duisburger BürgerInnen aufgesetzt habe (sozusagen das Beiboot des Dampfers du360kultur, der im Februar vom Stapel gelassen wird, Infos s. http://ow.ly/V2ha), hat seit dem 16.12.09 bis heute 10652 Zugriffe auf die Beiträge zu verzeichnen. Aber was noch viel wichtiger ist: immer mehr Menschen arbeiten bereits jetzt daran mit und veröffentlichen dort selbständig Beiträge und Medien. Eine tolle Learning-By-Doing-Methode zur Ausbildung von Medienkompetenz!
- Das Projekt du360kultur beginnt wie gesagt im Februar. Es ist für mich und die rheinschafe ein Forschungsprojekt, in dem neueste Social-Web-Techniken und -Vernetzungsmöglichkeiten auf der Basis einer intelligenten Informationsmanagement-Plattform getestet und zum Einsatz gebracht werden sollen. Bald mehr dazu.
Als ich heute morgen einen Link erhielt, der auf den richtigen Hafenmeister im DuisPortal aufmerksam machte, und mir die Wortnähe zu Webportal ins Auge fiel, hatte ich einen Gedanken:
Können eine ganze Stadt, ihre BürgerInnen und ihre Besucher zu einem Webportal werden? Nicht im klassischen Sinne, sondern thematisch, also eine extrem vernetzte, interaktive Metacommunity, quer über über das Social Web hinweg. Eine grosse, aber energetisch knisternde Wolke, deren Elemente völlig autonom interagieren, aber gemeinsam ein Gesamtbild eines einmaligen Ereignis liefern.Mit allen Facetten, mit aller Begeisterung und Kritik, die dieses Ereignis verdient- Persönliche Dokumentationen, die wie Puzzle-Teile sich zu einem 3-D-Werk zusammen fügen. Kann man das, was meiner Meinung nach von den RUHR.2010-Machern leider ausser Acht gelassen wurde - nämlich die kluge und strategisch geplante Nutzung des Social Webs, um diese lebendige Region endlich international zu ent-Kohle-stauben - einfach selbständig den BürgerInnen überlassen? Ja, kann man! Im Falle Duisburgs, wo alle Beteiligten an einem Strang ziehen, scheint es zu klappen.