Posterous theme by Cory Watilo

THE TALETELLER´S WEB [ 2 ]

Dies ist der 2. Teil der Serie "The Taleteller´s Web" | Teil Eins | Teil Drei |

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Die Kunst des Digitalen Geschichtenerzählens

Nicht von ungefähr habe ich ein altes Foto eines sogenannten "One Man Band"-Musikers gewählt, um über das Berufsbild des digitalen Geschichtenerzähler zu berichten. Den genau wie dieser Musiker, muss dieser eine Vielzahl von Instrumenten beherrschen und dramaturgisch richtig einzusetzen wissen.

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Die Grundlagen für "Transmedia Storytelling" (ein Begriff, der gerade in den USA für dieses Thema geprägt wird), unterteile ich in 3 verschiedene Bereiche. Diese sind die Kunst des Storytelling, das technische Web-Know-How und die digitale Kommunikationskompetenz. Erst wenn diese Elemente für ein Projekt synchronisiert werden, wird eine Geschichte im Web zu einer Erfolgsgeschichte.

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(Bild: One Man Band wikipedia)

Storytelling
Es klingt so einfach wenn man gesagt bekommt: "Erzähl uns eine Geschichte!". Sicher, heute kommt das nicht mehr so oft vor. Eltern erzählen (hoffentlich) ihren Kindern Märchen, oder an Lagerfeuern, wenn archaische Grundmuster bei uns wieder greifen, schwingt sich jemand zum Geschichtenerzähle auf. Aber im Grunde überlassen wir diese Kunst den Unterhaltungsmedien, die diese in unterschiedlichster Qualtät ausüben.

Beginnt man mit seiner Geschichte, tritt man immer einer Erwartungshaltung gegenüber. Der Zuhörer will Gefühle spüren, will sich freuen, gruseln und lachen. Er will mitgenommen werden auf eine Reise. Eine Reise voller Abenteuer, Liebe, Hass und einem überraschenden Ende, das nicht unbedingt „Happy“ sein muss.

Diese Grundmuster der Unterhaltung finden sich auch in den Geschichten wieder, die das Web erzählt. Wenn wir im Web von „Viralem Marketing“ sprechen, meinen wir besonders gut erzählte Geschichten, die sich zur Mundpropagande entwickelt haben. Nur das hier der Mund zumeist YouTube oder ein Weblog ist, der Marktplatz als Tratschplatz von den Social Networks abgelöst wurde und die Geschichte nicht durch „Stille Post“ an Inhaltsverlust leidet (obwohl das - kreativ eingesetzt - nicht schlecht für eine Geschichte ist, wie dieses Original und seine Kopie zeigen).

Storytelling wird viel und ausgiebig in der Marketing-Branche eingesetzt. Wie so etwas dann aussieht, kann man im folgenden Klassiker sehen:


Was sehen wir:
Menschen brechen Nachts auf einen schwer bewachten Flughafen ein und filmen sich dabei. Sie nähern sich einem Flugzeug und man erkennt, dass es es sich um das Flugzeug des US-Präsidenten handelt. Die Geschichte scheint sich in einen Krimi zu verwandeln, bis einer der Eindringlinge – unbemerkt vom Wachpersonal - die Worte „Still Free“ auf die Maschine schreibt. Es scheint, als ob es einer Gruppe von Aktivisten gelungen ist, an eines der am besten bewachten Flugzeuge der Welt unbemerkt heran zu kommen und eine (politische?) Botschaft zu hinterlassen.
Das dachten auch die amerikanischen Sicherheitsbehörden, die sich die ganze Aktion nicht erklären konnten - es lag kein Alarm vor und Spuren waren nicht auffindbar - und statteten den Filmemachern einen heftigen Besuch ab. Bei diesem stellte sich dann heraus, dass alles nur nachgestellt war, um Werbung für ein Modelabel zu machen. Bis dahin hatte sich das Video aber schon millionenfach über Portale und Websites verteilt und wurde kontrovers diskutiert. Die einen Zuschauer sahen die nationale Sicherheit gefährdet, die anderen einen gelungenen Streich in der Aktion. Auf der Website von Still Free findet man ein Video, dass den Effekt dokumentiert. Virales Marketing vom Feinsten.

Jede neue Website, jedes Event und jedes Projekt im Web braucht eine eigene Geschichte. Dafür sollte man sich viel Zeit nehem, diese logisch und nachvollziehbar zu entwickeln. Diese Geschichte und ihre Dramaturgie entscheiden über den Erfolg einer Aktion.
Ist die Geschichte nicht stimmig und wenig unterhaltsam, braucht man sich über die folgenden 2 Punkte keine Gedanken zu machen.

Technik und Werkzeuge
Erinnert ihr euch noch an die Beschreibung des Geschichtenerzählers aus meiner Kindheit in Teil 1 des "The Taleteller´s Web"?
Wie er mit Instrumenten, Licht und Geräuscherzeugern eine Stimmung aufgebaut hat und somit seine Geschichte zu einem fesselnden Erlebnis machte?
Genau das Gleiche macht der digitale Geschichtenerzähler auch, nur das er über gänzlich andere Werkzeuge und Instrumente verfügt.

Die Werkzeuge des Social Webs sind die „Web 2.0“-Angebote. Ob Social Networks wie Twitter und Facebook, Social-Media-Plattformern wie YouTube und Flickr, oder Cloudsharing-Hilfen wie Dropbox und Evernote: Das moderne Web bietet Werkzeuge in Hülle und Fülle und täglich werden sie mehr und raffinierter.

Hier den Überblick zu behalten ist nicht einfach, aber wichtig! Es gibt keine Garantien mehr, dass ein für Facebook über 3 Monate vorbereitetes Projekt dann dort überhaupt möglich ist. Ob Twitter nicht in einem halben Jahr ein Bezahldienst ist, kann niemand sagen. Ob dann noch Twitter eine Heimat für die avisierte Zielgruppe ist, auch nicht. Das ganze Web ist in einer ewigen Beta-Phase und alles einem ständigen Wandel unterworfen. Projekte kann man heute maximal für einen Monat im Voraus planen. Alles andere ist Spekulation. Das muss man einplanen, wenn man sich seinen Werkzeugkoffer dafür flexibel zusammen stellt. Auch ist es manchmal besser einen Hammer zu benutzen, als einen Schraubenzieher. Im Web ist es ähnlich. Will ich schnell Informationen verbreiten, baue ich einen Twitter-Account auf. Will ich eine nachhaltigere Interaktion fördern, gehe ich zu Facebook. Will ich beides miteinander verknüpfen, nutze ich einen Posterous-Blog. Muss ich viel Videomaterial hochladen, benötige ich einen Vimeo-Pro-Account....

Und so weiter, und so fort.

Hier richtige Entscheidungen zu treffen, die den Geschichtenfluss nicht unterbrechen oder stauen, verlangt viel Erfahrung und permanente Weiterbildung im Web, in Netzwerken, auf Konferenzen und Kongressen. Leider gibt es dafür noch keine sinnvolle Ausbildung. Der Beruf des „Social Web Admins“ - ein Teilgebiet des „Taletellers“ - ist ein Gebiet der Autodidakten und hier herrscht eine evolutionäre Auslese.

Als grundsätzlichen Tipp sind aber zum Thema „Technik und Werkzeuge“ folgende Fragen bei einem neuen, selbst durchgeführten Projekt zu stellen:

  • Welche Social Networks nutze ich? 
  • In welche Social-Media-Anwendungen lade ich meine Medien? 
  • Welche Software zur Bild-, Ton- und Videobearbeitung nutze ich? 
  • Welche Audio-, Foto- und Videogeräte sind Web-kompatibel? 
  • Ist mein aktueller Rechner/mein aktuelles Notebook Projekt-kompatibel? 
  • Wie gestalte ich meinen Social-Web-Auftritt?

Und wenn ich Teile des Projekts auslagern möchte:

  • Woran erkenne ich eine Web-Schmiede, die mir das richtige Social-Web-Umfeld erstellt? 
  • Wie erkenne ich einen erfahrenen Web-Medienproduzenten? 
  • Woher bekomme ich einen Social-Media-Admin mit den nötigen Social-Web-Skills?

Fragen, die nur auf 2 Wegen zu beantworten sind: Entweder sich die Zeit nehmen, diese Erfahrungen selbst zu machen, sich Zeit nehmen zum Lernen und Umsetzen (das wäre mein Vorschlag), oder die Leistung eines „Taletellers“ einkaufen.

Denn die für ein Social-Marketing-Projekt benötigten "Transmedia Storytelling"-Grundlagen umfassen noch einen weiteren, sehr wichtigen Punkt. 


CloudCommunities

Jetzt wird es einfach.
Nicht für euch, sondern für mich.

CloudCommunities – die thematisch vernetzten Netzwerke über Social-Web-Plattformen hinweg - sind mein Steckenpferd und darüber habe ich schon ausgiebig referiert. Es gibt auch ein Video zu einem CloudCommunities-Vortag auf der stART10. Es ist fast eine Stunde lang, aber informiert ausführlich über dieses Thema. Einfach einmal in Ruhe anschauen, dann dürfte dieser Begriff verständlicher geworden sein: 

CloudCommunities- Das Web der vernetzten Netzwerke from frank_tentler on Vimeo.

Was man aber wirklich verstehen muss, sind die Zusammenhänge und Abhängigkeiten der verschiedenen Elemente des „Transmedia Storytelling“, das ich lieber als "Digital Taletelling" bezeichne. Denn hier werden die Dimensionen des reinen Erzählens mit Mitteln des Web 2.0 gesprengt und um die Komponente „Social Web“ erweitert.

 

Das muss man verstehen und beherrschen, um effektiv und fesselnd seine Geschichte erzählen zu können.

...und wie man eine Geschichte dramaturgisch aufbaut, mit Technik und Werkzeugen zu Leben erweckt und sich eine CloudCommunity dazu aufbaut, erzähle ich euch im 3. Teil des „The Taleteller´s Web“.

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Taleteller3plustext

 

 

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